Workshops

Bildungsungerechtigkeit – Maßnahmen für Hochschulen 

Dr.‘ Ann-Kristin Kolwes 

Bildungs(un)gerechtigkeit und soziale Herkunft rücken im Hochschulkontext verstärkt in den Fokus. Was sind geeignete Maßnahmen, um die Zielgruppe zu adressieren und Hürden innerhalb Institution abzubauen? Frau Dr.‘ Kolwes leitet das einzige Mentoringangebot für Promovierende mit einem nichtakademischen Familienhintergrund. Gemeinsam soll im Workshop über Ansätze reflektiert werden, die im Hochschulkontext geeignet sind, um Bildungsungerechtigkeit abzubauen und die Zielgruppe zu unterstützen. 

Chancen-gleich oder Chancen-reich? Soziale Herkunft in der Arbeitswelt

Dr. Eva Voß 

Soziale Herkunft hat Einfluss auf berufliche Einstiegs- und Aufstiegschancen. Die Charta der Vielfalt, die als größter Unternehmensverbund mit knapp 4000 Organisationen 13,9 Mio. Arbeitnehmende repräsentiert, hat 2021 soziale Herkunft als Kerndimension auf die Diversity-Agenda in Deutschland gesetzt. Was können Unternehmen nun konkret tun, um gezielt soziale Aufsteiger:innen anzusprechen und für sich zu gewinnen? In dem Workshop geht es um erste Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis und Good-Practice-Sharing.

Die Chancenschere im Alltag schließen –Qualifizierungsangebote für eine breite Talentförderung etablieren

NRW-Zentrum für Talentförderung

Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie geht die Chancenschere zwischen jungen Menschen aus niedrigen und höheren sozialen Schichten weiter auseinander. Wo sich herkunftsbedingte Teilhaberisiken mit institutionellen Benachteiligungen verdichten und multiple Knappheitsbedingungen entstehen, braucht es mehr denn je praktische Lösungen, die Beiträge zur Entfaltung von Talenten leisten. Vor diesem Hintergrund stellt das NRW-Zentrum für Talentförderung seine Arbeit und Qualifizierungsangebote vor.

Herkunft und Begabtenförderung – Erfahrungen aus der Arbeit der Studienstiftung des deutschen Volkes

Dr. Stefan Pabst

Die Studienstiftung fördert junge Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Bildungswegen, von denen besondere Leistungen im Dienst der Allgemeinheit zu erwarten sind. Chancengerechte Zugänge sind ihr ein zentrales Anliegen. Im Workshop werden die Herkunftseffekte im Auswahlprozess und der Förderarbeit der Studienstiftung diskutiert, sowie die Maßnahmen betrachtet, die die Studienstiftung in den letzten zehn Jahren für einen fairen und offenen Zugang ergriffen hat.

Herkunft im Kontext der Unternehmensgründung

Marc Kley

Der Workshop thematisiert die Aktivität im Start-up Ökosystem aus verschiedenen Perspektiven. Nach einem Implus des Gateway Exzellenz Start-up Center zum Thema Gründungen aus Hochschulen erzählt Sandra Schwarz, Start-up Coach an der UzK, als Native Speaker Englisch von ihren Erfahrungen in der Begleitung von Start-ups. Ergänzt wird der Workshop durch die Perspektive von Malte Hendricks, Gründer zweier Start-ups, der die „erste Generation Hochschulstudierender“ verkörpert und als Gründer erlebt.

Qualitätssicherung als Hebel für mehr Bildungsgerechtigkeit?

Dr. René Krempkow

Bildungsgerechtigkeit erschöpft sich nicht in der Chancengerechtigkeit beim Zugang zur Hochschule. Auch innerhalb der Hochschule bis zur Promotion (und darüber hinaus) gibt es zahlreiche Übergänge, an denen (Selbst-)Selektionen keineswegs immer nach Leistung stattfinden. Doch Übergänge können gestaltet werden. Kann Qualitätssicherung dabei zu mehr (Diversitäts-)Fairness und Leistungs-gerechtigkeit beitragen, z.B. durch Prozessgestaltung und -monitoring von Aufnahme- und Auswahlverfahren über Betreuungsevaluation bis hin zu Tenure-Track-Verfahren und Entfristungen?

„Sag mir, woher Du kommst“ – Wie reden wir über soziale Herkunft in der Beratung?

Dr. David Willmes

In der Beratung von Studierenden und Promovierenden ist die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) hilfreich. Russ Harris hat ein Instrument entwickelt, welches das Modell der ACT leicht verständlich vermittelt: den „Punkt der Entscheidung“. Ich möchte erstens zeigen, wie dieses Hilfsmittel angewendet werden kann, um schwierige Gedanken und Gefühle der Ratsuchenden zu identifizieren und einen Handlungsplan zu entwerfen. Zweitens sollen Fragetechniken erarbeitet werden, die das Thema soziale Herkunft als Ressource sowie als Problemursache beleuchten.

Wer wird berufen? Professor*innen der ersten Generation

Lara Altenstädter

Rund Dreiviertel der Professuren in Deutschland sind mit Männern besetzt und nur ein Zehntel der 38.000 Professor*innen stammt aus einer Arbeiter*innenfamilie. Diese Zahlen verweisen darauf, dass soziale (Selbst)Selektion tief in Struktur und Kultur von Hochschulen eingeschrieben ist. Welche Mechanismen verhindern den Aufstieg von Erstakademiker*innen in Hochschulen? Im Workshop nehmen wir neben der individuellen Ebene auch die strukturelle, politische und symbolische Dimension in den Blick.